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RFID bringt dem Handel sechs Mrd. Euro

Durch die Einführung der Raio Frequency Identification-Technologie (RFID) werden Einzelhändler ihre Lagerkosten um bis zu 5 % und ihre Personalkosten um bis zu 10 % reduzieren können. Für den deutschen Einzelhandel entspricht dies einer Summe von etwa sechs Mrd. Euro jährlich.

Das ist das Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney zu RFID und dem neuen Electronic Product Code (EPC). Durch das Anbringen so genannter RFID-Tags können beliebige produktbezogene Informationen eindeutig zugeordnet und eine lückenlose Verfolgung von Lieferungen und Lagerbeständen gewährleistet werden. Händler können der Studie zufolge vor allem in drei Bereichen profitieren: RFID ermöglicht durch eine verbesserte Logistik die Reduzierung von Lagerbeständen, wodurch einmalig 5 % der gesamten Bestandskosten eingespart werden können. Durch verminderten Personalaufwand könnten zusätzlich bis zu 10 % Kostenersparnis erzielt werden, so die Studie. Auch die verbesserte Warenverfügbarkeit in den Geschäften wirke sich positiv aus, sagt Peter Pfeiffer, Vice President bei A.T. Kearney und Leiter des Bereichs Konsumgüterindustrie und Handel: "Nach unseren Berechnungen bringt der RFID-Einsatz einen jährlichen Zugewinn von 70 Mill. Euro pro einer Mrd. Euro Umsatz." Durch die Einführung von RFID und EPC müssen Händler mit Kosten von durchschnittlich etwa 300.000 Euro pro Warenverteilzentrum und weiteren 50.000 bis 100.000 Euro pro Filiale rechnen. Für die Integration der Systeme im gesamten Organisationsprozess ist zusätzlich ein zweistelliger Millionenbetrag zu erwarten. "Das sind sehr bedeutende Summen. Der ausschlaggebende Punkt ist aber, dass die meisten Kosten für Händler fix sind", sagt Pfeiffer. "Für Hersteller sieht die Sache dagegen ganz anders aus. Bei ihnen hängt die Höhe der Kosten von der Anzahl der hergestellten Produkte ab." Die Hersteller werden wie die Händler mit den gleichen einmaligen Kosten für die RFID Lese- und Systemintegration konfrontiert sein. Zusätzlich sind sie aber auch von den laufenden Kosten für das Anbringen der RFID-Tags auf Paletten, Verpackungseinheiten und Produkten betroffen. Hier, so Pfeiffer weiter, werden vor allem die Anbieter von hochwertigen Artikeln profitieren, zu denen laut Studie auch die Textilbranche zählt. Pfeiffer abschließend: "Wir raten allen Herstellern von Konsumgütern, Kosten und Nutzen der EPC- und RFID-Technologie gründlich zu prüfen und gegebenenfalls Alternativen zu erwägen. So ist es durchaus möglich, die bestehende Technologie besser zu nutzen oder RFID selektiv und zeitlich gestreckt einzuführen."

Damit Hersteller von ihren Handelspartnern im vollen Umfang profitieren könnten müssten diese auch bereit sein, eine sehr viel größere Transparenz als bisher bei Warenverfügbarkeit, Lagerbestand und Übersicht über nicht abverkaufte Artikel zu gewährleisten. "Dafür müssen Händler dann auch bereit sein, einige ihrer Prozesse zu verändern und Informationen auszutauschen, die sie bislang als vertraulich eingestuft haben", summiert Pfeiffer.

Quelle:
TextilWirtschaft


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